Mondfinsternisbeobachtung einmal anders
Bericht über eine unfreiwillige indirekte Finsternisbeobachtung.

Der Wetterbericht und das Prognosevideo der ZAMG ließen durchaus berechtigt hoffen, das seltene Naturschauspiel nördlich von Linz aus beobachten zu können .....

...... doch es kam ganz anders. Klar hätten wir die Finsternis gerne so wie auf diesem Foto gesehen, aber wenn das Wetter nicht mitspielt gibt es halt nichts zu sehen. Nichts zu sehen ? ..... das stimmt so nicht !

Bei dieser Finsternis konnten wir dafür den Beweis antreten - haben doch 3 Vereinsmitglieder (Erich Meyer, Peter Lagler u. Johannes Stübler) trotz widrigster Umstände eisern die zweite Nachthälfte vom 27./28. in Kirchschlag ausgeharrt, in der Hoffnung, dass die Wolkendecke doch noch irgendwann aufreißen würde, um einen Blick auf das begehrte Himmelsschauspiel freizugeben. Dem war leider nicht so !


So zeigte sich uns der Himmel in der Finsternisnacht

Zur Untätigkeit verdammt, was die direkte Fotografie des Ereignisses betraf, kam Johannes Stübler auf die Idee die Wolkendecke und deren Verfinsterung abzulichten und so die Finsternis indirekt zu dokumentieren.

EINE VERZWEIFLUNGSTAT ?! - JA, ABER KEINE FRUCHTLOSE!

Er richtete seine Kamera (Canon 1000D) mit einem 8mm Superweitwinkel direkt auf den Zenit des bewölkten Himmels und begann diesen auf diese Weise abzulichten.


Irgendwo dahinter beleuchtet der Mond die dichte Wolkendecke, die sich leider während der ganzen Nacht nie öffnete.

Mit nachfolgender Bilder Serie, bei 1600 ISO und je 5 sec Belichtungszeit,  ist aber bereits eindeutig visuell die Verfinsterung und die Aufhellung während des Finsternisverlaufes auszunehmen, also indirekt zu beobachten. Die ersten Beiden Aufnahmen sind noch vor der Finsternis entstanden.

Doch damit nicht genug am darauf folgenden Tag haben wir die Bilder auf nachfolgend näher angeführte statistische Werte untersucht und ausgewertet, diese in ein Excelblatt eingetragen, und so eine Lichtkurve erstellen können, die sehr schön den Finsternisverlauf wiedergibt.

Size .......... 3888 x 2592
Pixel .......... 10077696
Min ............ 0 @ 3864,2566
Max ............ 194.89 @ 346,269
Background ..... 30
Average ....... 31.860003
Sum .......... 321075425.39
Standard dev. ... 8.2701389
Imagesize in pixel
Pixel: Total number of pixels
Minimum: Value and location of the lowest pixel.
Maximum: Value and location of the highest pixel.
Background: A calculated value for the sky level.
Average: Average level of the image, defined as sum of all pixel divided by number of pixels.
Sum: This is the sum of all pixel of the image.
Standard deviation: Gaussian standard deviation of the values of the image or of the selected
area (if there are no stars this is a useful measure of noise).

Die Messkurve zeigt eindeutig den Lichtabfall und den anschließenden Anstieg am Ende der Finsternis - und somit den Verlauf des Mondes durch den Erdschatten. Bedingt durch den sich dramatisch ändernden Beleuchtungswinkel zwischen der Wolkendecke und dem Mond bei seinem Weg Richtung Untergangshorizont, zeigt sich sowohl in den Fotos als auch im Treppen-artigen Verlauf der Kurve. eine Für eine vernünftige zeitliche Auswertung der Finsternis  lagen zu wenige Aufnahmen vor um die Kurve glatter darstellen zu können und die Aufnahmen waren in sehr unregelmäßigen willkürlichen Abständen erfolgt.

Im zweiten Diagramm (etwas weniger steil) wurden auch die Aufnahmen 1 und 2 miteinbezogen, die aber eindeutig vor der Finsternis bzw. die 2. kurz vor Anfang der Halbschattenfinsternis erfolgte, daher die hohen Werte .... eher daher ab Bild 3 - 25 vergleichen.

Gewisse Fluktuationen sind in der Kurve auch auf Grund der sich verändernden Wolkensituation zu erkennen. Weiters kann der Helligkeitswert am Ende natürlich nicht mehr der gleiche wie am Anfang der Mess-Serie sein als der Mond noch wesentlich höher über der Wolkendecke stand und diese sozusagen durchleuchtete. Am Finsternisschluss stand der Mond schon extrem Tief  über dem Westhorizont  ... eine länger andauernde Aufnahmeserie hätte aber auch nichts gebracht, denn dann wäre am Schluss Alles durch die einsetzende Morgendämmerung verfälscht worden.

Zusammenfassend kann man sagen:


Die Beobachterrunde beim "lebensnotwendigen" Kaffe & der Autor+Kamera beim Fotografieren

 

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