Astrofoto-Belichtungen

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Im Frühjahr 1996 versuchte ich mich erstmals im Bereich der Astrofotografie. Als Kamera diente mir eine damals rund 25 Jahre alte, mechanische Spiegelreflexkamera (Asahi Pentax), die sich für diesen Zweck hervorragend eignet. Empfehlenswert ist auf alle Fälle eine mechanische Kamera, da hier auch bei längeren Belichtungszeiten keinerlei Batterieprobleme auftreten können; wichtig ist außerdem, dass beliebig lange Belichtungszeiten (Drahtauslöser!) möglich sind. Nach einem ersten Film mit 100 ASA fotografierte ich im Weiteren meist mit 400 ASA (Dias). Im Folgenden habe ich einige persönliche Erfahrungen von 1996 bis 2002 zusammengefasst, welche Belichtungszeiten für welche Objekte am besten geeignet sind; eine meiner Erfahrungen war, dass es bei den Belichtungszeiten weniger auf die Brennweite, als viel mehr auf das Öffnungsverhältnis ankommt. Ich arbeite in keiner Weise professionell, und daher sollten die Informationen bestenfalls als Anhalt dienen, aber nicht als die allein selig machende Wahrheit angesehen werden.

Diese Seite enthält bewusst nur Textinformationen, einige Beispiel-Bilder habe ich auf einer eigenen Seite zusammengestellt (insgesamt ca. 500 KB).

Die Angaben gelten, soferne nicht anders angegeben, für 400 ASA. Als Objektive wurden eingesetzt:

Folgende Fernrohre kamen zum Einsatz: Die Qualität der Bilder wird auch stark von der Genauigkeit der Nachführung bestimmt.


Dämmerung

Mond, Planeten: Manchmal steht die Mondsichel in der Dämmerung nahe bei Planeten und ermöglicht schöne Bilder dieser Konjunktionen. Während der bürgerlichen Dämmerung kann man je gewünschter Bildhelligkeit ca. 1/8 sec bis 1/60 sec versuchen (Kleinbildkamera, Blende 2 - 3.5).

Sonne

Die Angaben für Sonnenaufnahmen gelten für eine Empfindlichkeit von 100 ASA und mein 10" f/4.5 Fernrohr. Mit Mylar-Filter sollte man kurz belichten, ca. 1/250 sec - 1/1000 sec, manchmal wäre es sogar noch kürzer möglich.

Mond


Planeten


Sternbilder & Sterne


Iridium-Flares

Es ist vielleicht etwas ungewöhnlich, einer Gruppe von Satelliten ein eigenes Astrofoto-Kapitel zu widmen, aber da die Iridium-Satelliten für einige Augenblicke doch Helligkeiten von bis zu -8 mag (!) erreichen können, seien sie eigens erwähnt. Die Voraussagen für die Iridium-Flares lässt man sich am besten auf der Satellite Predictions-Seite erstellen. Ich habe bisher erst ein einziges gezieltes Iridium-Dia gemacht und habe daraus folgende Lektionen gelernt:

Deep-Sky-Objekte

Die besten Aufnahmen sind mir hier in der Regel mit dem 50 mm-Objektiv bei Blende 2 gelungen. Bei den anderen Objektiven macht sich die etwas geringere Lichtstärke bemerkbar.

Kometen

Bei so hellen Kometen wie Hyakutake und Hale-Bopp reicht für Großfeldaufnahmen (Blende 2) bereits 1 min aus, um gute Ergebnisse zu erzielen. Noch bessere Ergebnisse erzielt man mit 2 und 4 min Belichtungszeit. Durchs Teleskop konnten beim Kometen Hale-Bopp bei 2000 mm (f/15) und 15 sec (nur Kern) bis 2 min (mit Schweif) gute Ergebnisse erzielt werden, bei 7714 mm (f/19) wurde bei 10 sec und 20 sec die Struktur um den Kern sehr gut sichtbar.
Bei schwächeren Kometen fehlen mir noch Erfahrungswerte, man wird aber wohl mit ähnlichen Werten wie bei Galaxien vergleichbarer Helligkeit rechnen müssen.


Auf unserer Link-Seite gibt es übrigens auch ein paar Adressen zum Thema Astrofotografie.


Astrofotografie mit Super-8-Filmen

(Der folgende Text wurde aus einer Mail von Herbert Csadek an mich herauskopiert.)

Lieber Sternfreund!

Ich habe mit großem Genuss Ihre Seite gelesen (gerade von der ÖTA '98 heimgekehrt). Darf ich mich vorstellen: Herbert Csadek, Wien, meine Hobbies sind vor allem das Filmen der Himmelsobjekte mit Super-8-Film sowie Bereisen von Impakten sowie das Sammeln von Impaktiten (SuW 9/96). Über mein ersteres Hobby schrieb ich auch in SuW (10/93). Nun zu meinen Erfahrungen in Wien, die meines Erachtens ein etwas positiveres Bild, vor allem bei der Auflösung ergeben. Mit meinem ersten Newton, selbstgeschliffen, 110 mm, konnte ich Doppelsterne bis 1,2" auflösen (Zeta Bootis), mit dem zweiten Newton, 150 mm, gelangte ich einmal bei anscheinend optimalen Umständen zu einer Doppelsternauflösung von 0,9" (Epsilon Equuleus). Fangspiegeldurchmesser waren 25 mm bzw. 40 mm. Brennweiten bei beiden jeweils zirka 900 mm, also 1:8 bzw. 1:6. Bei der Fotografie z. B. von Doppelsternen haben Sie auch recht, ich habe fast nie Fotos von Doppelsternen gesehen, und wenn, dann eher unabsichtlich als winzige Pünktchen im übergroßen KB-Filmformat - aber auf S-8-Film mit seinem nur ca. 6 x 4 mm großem Bildfeld kommen sie bei der Projektion wunderbar heraus, bei Epsilon Lyrae sieht man beide Komponenten im Bildfeld getrennt (Okularprojektion, ca. 4 m). Bei den helleren Objekten sieht man auch die Farben der Komponenten, eine geringe Dejustierung der Nachführung läßt den Doppelstern langsam durchs Bildfeld wandern. Sternhaufen lassen sich auch großartig filmen, mit 1-2 Minuten Belichtungszeit werden schon Sterne bis zur 12. Größe abgebildet, h/Chi z. B. ist wunderschön und farbig, wie auch etwa die Sternhaufen im Fuhrmann und in der Kassiopeia etc.
Farben habe ich auch noch nie gesehen bei Deep-Sky-Objekten, auch bei Jupiter nur bei einem Test eines Zeiss-Meniscas, mit meinem Newton nur zu erahnen. Allerdings, im Film zeigt Jupiter herrlich seine farbigen Wolkenbänder, auch bei Saturn sind leichte Farbunterschiede zu sehen, bei Mars sowieso. Auch hier zeigt sich der Vorteil des kleinen Formates, die Planeten sind groß auf der Projektionsleinwand und durch den "Übereinanderkopiereffekt" von 18 Bildern pro Sekunde, ähnlich bei der Astrofotografie, viel schärfer und kontrastreicher als bei Einzelbildern. Nebel allerdings sind das Problem beim Filmen, da ich die Belichtungszeit der Einzelbilder nicht beliebig verlängern kann wie bei der Astrofotografie. Für eine kurze Filmszene von 6 Sekunden (120 Einzelbilder) muß ich bei 1 min Belichtungszeit pro Einzelbild 2 Stunden belichten. Wenn ich 4 min pro Einzelbild belichte (so geschehen bei M 57 und M 27, übrigens gut gelungen), brauche ich eine ganze Nacht, 8 Stunden, für eine nur 6 sec lange Szene im Film - puuh!!! Ich habe z. B. 4 Filme gedreht, für jede Jahreszeit einen: Der Sternhimmel im Frühling, Das sommerliche Dreieck, Der Herbst, Der Sternhimmel im Winter sowie Rund um den Himmelspol, in denen ich alle bekannteren und nicht zu schwierigen Doppelsterne, viele Sternhaufen und auch einige der hellsten Nebel und Kugelhaufen, wie man sie mit einem durchschnittlichen Fernrohr zwischen 4"- 6" in einer Stadt sehen kann, aufgenommen habe. Galaxien sind im Film hoffnungslos, M 31 zeigt nur den hellen Kern, auch bei 4 min Belichtungszeit sind die Ausläufer kaum zu erahnen, alles andere ist ja noch schwächer.
Ihren anderen Ausführungen kann ich nur zustimmen, es ist gut, dass einmal jemand diese Diskrepanzen zwischen Katalog und Wirklichkeit hervorhebt, da ja auch die vielen Tests in den einschlägigen Fachzeitschriften oft schöngefärbt sind, um den eventuellen Inserenten nicht wehzutun. Am besten ist noch, wie gesagt, möglichst viele Instrumente vergleichen oder überhaupt selber bauen.

Mit sternfreundlichen Grüßen
Herbert Csadek

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© 2002, Wolfgang Stroh, Linz/Austria