Planetenweg der Linzer Astronomischen Gemeinschaft

Neptun

Foto: NASA
Neptun

Der Neptun im Größenvergleich zur Erde.

(Fotos: NASA)

Neptun, der achte und äußerste Planet im Sonnensystem, wurde im Jahr 1846 aufgrund von Berechnungen der Bahnstörungen des Uranus durch den französischen Mathematiker Urbain Le Verrier von dem deutschen Astronomen Johann Gottfried Galle entdeckt. Im Zentrum des viertgrößten Planeten im Sonnensystem befindet sich vermutlich ein kleiner, fester Kern aus Gestein und Eis, dessen Masse dem 1 bis 1,5-fachen der Erdmasse entsprechen dürfte. Die Atmosphäre des Neptun besteht aus 80% Wasserstoff, 19% Helium und 1% Methan.

Neptun ist ein kalter aber stürmischer Planet, mit einer Temperatur von ca. -220 °C und Windgeschwindigkeiten bis zu 2000 km/h. Der Planet hat ein eigenartiges Magnetfeld in Form eines Quadrupols, mit zwei Nord- und zwei Südpolen. Wie Jupiter und Saturn verfügt auch Neptun über eine innere Wärmequelle. Er strahlt mehr als das 2,5-fache der Energie ab, die er von der Sonne empfängt.

Der Planet wurde nach dem römischen Gott Neptun benannt, dem Gott des Meeres und der fließenden Gewässer, der in der griechischen Mythologie Poseidon heißt.

NeptunAbsolutRelativPlanetenweg
Sonnenabstand4.495 Mio.km30,0 x Erde2248 m
Durchmesser49.528 km3,9 x Erde24,8 mm
Masse1,0x1026 kg17,1 x Erde13 g
Schwerebeschl.11,2 m/s²1,1 x Erde
Rotationszeit15h 58m0,67 x Erde
Umlaufzeit164,8 Jahre164,8 x Erde
Bahngeschw.5,4 km/s0,18 x Erde
Lichtlaufzeit4h 9m 43s

Monde und Ringe

Bis dato sind 14 Neptun-Monde bekannt. Der weitaus größte dieser Monde, Triton, hat einen Durchmesser von 2707 km. Sein Aussehen ist von zwei unterschiedlich hellen Hemisphären geprägt. Die Ursache liegt vermutlich am Wechsel der 82 Erdjahre lang dauernden Jahreszeiten: Auf der von der Sonne beschienenen Hemisphäre verflüchtigt sich das Stickstoff- und Methan-Eis, um sich auf der winterlichen Seite wieder niederzuschlagen, wodurch diese Region heller erscheint. Bemerkenswert sind auch die aktiven Geysire auf Triton, die ein Gemisch aus flüssigem Stickstoff und mitgerissenen Gesteinsfragmenten bis in eine Höhe von 8 km Höhe auswerfen.

Neptun ist von einem Ringsystem umgeben, das großteils aus mikroskopisch feinem, dunklem Staub besteht. In mehreren dieser Ringe wurde eine ungleichmäßige Materieverteilung festgestellt: Einige Ringsegmente zeigen wulstartige Verdickungen, deren Entstehung bisher ungeklärt ist.

Erforschung

Neptun war im Gegensatz zu den sechs sonnennächsten Planeten (Merkur bis Saturn) nicht schon seit je her bekannt. Zwar hatte schon Galileo Galilei den Neptun im Januar 1613 kurz in seinem Teleskop beobachtet, ihn damals aber nicht als Planeten erkannt. Etwa 150 Jahre später versuchten einige Astronomen, die Bahnabweichungen des Planeten Uranus durch die Schwerkraft eines noch unbekannten Objektes zu erklären: Ohne von einander zu wissen, versuchten gleichzeitig ab etwa 1845 zwei junge Mathematiker, John Couch Adams aus Cambridge und Urbain Jean Joseph Le Verrier am Pariser Observatorium, mit rechnerischen Methoden diesen Himmelskörper außerhalb der Uranusbahn nachzuweisen. Schneller als der Brite fand der Franzose Le Verrier einen Astronomen, der mittels Fernrohr an der berechneten Stelle das Firmament beobachten sollte. Es war Johann Gottfried Galle der an der Berliner Sternwarte gemeinsam mit seinem Assistenten Heinrich Lois d’Arrest am 23. September 1846 den gesuchten Planeten nahe dem vorausberechneten Ort fand. Erstmals wurde also die Existenz eines Planeten durch Rechenmethoden ermittelt und anschließend durch Beobachtungen am Teleskop bestätigt.

Nur 17 Tage nach der Entdeckung des Planeten, am 10. Oktober 1846, entdeckte der Bierbrauer und Hobbyastronomen William Lassell Neptuns größten Mond, Triton.

Als erste und bislang einzige Raumsonde erforschte Voyager 2 im Jahr 1989 den Planeten Neptun. Da Neptun aufgrund seiner großen Entfernung von der Erde aus nur schwer im Detail zu beobachten ist, verdanken wird dieser Mission einen Großteil unseres Wissens über diesen Planeten, seine Ringe und Monde. Weitere Raumfahrtmissionen zur Erforschung des Neptun sind derzeit nicht in Planung.

Beobachtung

Neptun ist mit freiem Auge nicht sichtbar. Allerdings kann der Planet bereits mit einem Feldstecher gefunden werden, wenn man eine Sternkarte oder einen astronomischen Kalender mit der aktuellen Position des Planeten zu Hilfe nimmt. Im Teleskop zeigt sich Neptun als kleines, strukturloses, hellblaues Scheibchen. Mit leistungsfähigeren Amateurfernrohren ist auch Triton, der größte Mond des Neptun, beobachtbar.