Planetenweg der Linzer Astronomischen Gemeinschaft

Oortsche Wolke

Foto: E. Kolmhofer, H. Raab / LAG

Die heute als Oortsche Wolke bezeichnete Region im äußeren Sonnensystem wurde 1950 vom niederländischen Astronomen Jan Hendrik Oort als Ursprungsort der langperiodischen Kometen postuliert. Der Theorie nach umschließt die von Oort angenommene „Wolke" die übrigen Zonen des Sonnensystems schalenförmig in einem Abstand von bis zu 100.000 Astronomischen Einheiten (AE) zur Sonne, was rund 1,6 Lichtjahren entspricht. Im Modellmaßstab des Planetenwegs erstreckt sich die Oortsche Wolke bis in eine Entfernung von 7.500 km.

Gelegentlich wird ein Komet von seiner Bahn in der Oortschen Wolke abgelenkt und fällt Richtung Sonne. Bei seiner Annäherung an das Zentralgestirn wird der Himmelskörper, der die Zeit seit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren quasi „tiefgefroren“ in der Oortschen Wolke konserviert wurde, erwärmt und setzt Gas und Staub frei. Der meist nur wenige Kilometer große Komet entwickelt so den charakteristischen Schweif, der eine Länge von über 100 Millionen Kilometern erreichen kann.

Erforschung

Aufgrund der großen Entfernung gelang es bisher noch nicht, Objekte in der Oortschen Wolke direkt zu beobachten. Statistische Untersuchungen der Bahnen langperiodischer Kometen stützen aber die Hypothese von Oort, dass das Sonnensystem schalenförmig von einem ausgedehnten Reservoir an Kometenkernen umgeben ist.

Beobachtung

Während die Objekte in der Oortschen Wolke selbst für die größten Teleskope der Erde unbeobachtbar bleiben, dringen immer wieder Kometen, die aus diesem Bereich stammen, in das innere Sonnensystem vor. Schon mit mittelgroßen Amateurinstrumenten sind mehrere Kometen im Jahr beobachtbar. Etwa ein Komet im Jahr wird so hell, dass er auch mit Feldstechern aufgesucht werden kann. Dagegen treten spektakuläre Kometenerscheinungen, die als auffällige Schweifsterne mit bloßem Auge am Himmel zu sehen sind, im langjährigen Schnitt nur etwa alle 20 Jahre auf.